Synonyme: Kennedy-Gowers-Paton-Syndrom
Das Foster-Kennedy-Syndrom, auch als Kennedy-Syndrom oder Gowers-Paton-Kennedy-Syndrom bezeichnet, entsteht durch eine Erhöhung des Hirndrucks und die gleichzeitige Kompression eines Sehnervs. Es führt zu einer Atrophie des komprimierten Sehnerven auf der betroffenen Seite und einer Stauungspapille auf der gegenüberliegenden Seite.
Typ 1 Foster-Kennedy-Syndrom
Befunde: Ipsilaterale kompressive Optikusatrophie und kontralaterale Stauungspapille
Ätiologie: Intrakranielle Masse
Typ 2 Foster-Kennedy-Syndrom
Befunde: Bilaterale Stauungspapille mit einseitiger Optikusatrophie
Ätiologie: Intrakranielle Masse
Typ 3 Foster-Kennedy-Syndrom
Befunde: Bilaterale Stauungspapille mit bilateraler Optikusatrophie
Ätiologie: Intrakranielle Masse
Typ 4 Foster-Kennedy-Syndrom
Befunde: Einseitige Optikusatrophie und kontralaterale Stauungspapille
Ätiologie: Anteriore ischämische Optikusneuropathie
Die typischen Symptome des Foster-Kennedy-Syndroms umfassen:
Ipsilaterale Optikusatrophie (Sehnervatrophie auf der Seite des Tumors)
Kontralaterale Stauungspapille (Schwellung des Sehnervs auf der gegenüberliegenden Seite)
Ipsilaterales Zentralskotom (zentraler Gesichtsfeldausfall auf der Seite des Tumors)
Ipsilaterale Anosmie (Verlust des Geruchssinns auf der Seite des Tumors)
Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gedächtnisverlust und emotionale Labilität können ebenfalls auftreten.
Das Syndrom tritt häufig bei Raumforderungen in der vorderen Schädelgrube auf, wie z.B. Meningeomen des Keilbeinflügels. Die Raumforderung komprimiert einen Sehnerv, was zur Atrophie führt. Gleichzeitig erhöht sich der Hirndruck, was zu einer Stauungspapille auf der kontralateralen Seite führt.
Zur Diagnose des Foster-Kennedy-Syndroms werden bildgebende Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) verwendet, um die Raumforderung zu visualisieren.
Differentialdiagnosen:
Parenchymale Tumoren des Frontallappens
Meningeom (z.B. olfaktorisch, frontal, Keilbeinflügel)
Intrakranielle Meningeomatose
Pseudo-Pseudo-Foster-Kennedy-Syndrom (PPFKS)
Die Behandlung des Foster-Kennedy-Syndroms richtet sich nach der Ursache der Raumforderung. Häufig ist eine chirurgische Entfernung des Tumors erforderlich. In einigen Fällen können auch medikamentöse Therapien zur Verringerung des Hirndrucks und zur Behandlung von Begleitsymptomen eingesetzt werden. Die Behandlung kann auch Strahlentherapie und in seltenen Fällen Chemotherapie umfassen.